
Immerhin die Hälfte der Vereinsgeschichte erlebte bis heute auch die Judoabteilung. Bereits 1958 gab es Judo erstmals in Leinfelden, bevor Otto Herm die Abteilung 1960 gründete. Damals wurde noch in der Filderhalle auf der Bühne zum Teil ohne Matten trainiert.

Das Bild zeigt Otto Herm (erster sitzend von links) und einige der ersten
Judokas in Leinfelden.
Nach Otto Herm übernahm Friedrich Roll von 1968-71 die Abteilung und baute sie weiter aus. In dieser Zeit hatte die Abteilung nahezu 200 Mitglieder.
Einen Glücksgriff tat die Abteilung dann mit Georg Polsdorff,(auf dem Bild stehend) der mit viel Engagement eine Kampfmannschaft der Jugend und Männer aufbaute und viel für den Nachwuchs tat.
Mit dem Oberligaverein SV Fellbach wurde eine Kampfgemeinschaft geschlossen und aufgrund dessen konnten Georg Polstorff und Stefan Horlacher den Titel eines Baden-Württembergischen Meisters mit der Mannschaft des SV Fellbach erringen. Bei den anschließenden Süddeutschen Meisterschaften erreichte die Mannschaft dann noch einen ausgezeichneten 3. Platz.
Nebenbei
war der Aufbau der Leinfeldner Mannschaft voll im Gange und bereits 1974 stieg
die Mannschaft von der Kreis- in die Bezirksliga auf. Doch nicht nur mit den
Männern war Georg Polsdorff erfolgreich. 1972 belegte Monika Widey den 1. Platz
bei der Süddeutschen Jugendmeisterschaft, sowie den 2. Platz bei den Deutschen
Meisterschaften. Fast genauso erfolgreich waren die Schwestern Beate und Sabine
Rickes, die bei den Süddeutschen Meisteschaften jeweils den 2. Platz belegten,
Beate anschließend bei den Deutschen Meisterschaften den 5. Platz.
Durch
die steigenden Mitgliederzahlen kam Geld in die Kasse und so erhielt die
Judoabteilung 1972 in der Grundschule Süd einen größeren Trainingsraum und eine
neue Judomatte.
In dieser Zeit wurden zahlreiche Veranstaltungen auf Kreis und Bezirksebene im Sportzentrum ausgerichtet was 1978 durch die Ausrichtug des RHODE-POKAL gekrönt wurde.
1976 wurden Kontakte zu Judokas unserer Partnerstadt Manosque geknüpft. Zum
ersten Mal fuhr die Judoabteilung mit 40 Judokas nach Manosque um sich
sportlich zu messen.
Viele Freundschaften, die zum Teil bis heute bestehen, wurden geknüpft. Es folgten viele weitere Besuche und Gegenbesuche
1984 verließ Georg Polsdorff aus beruflichen Gründen die Abteilung und Roland Fischer wurde sein Nachfolger.
Durch Wegzug, Studium und andere Gründe verlor die Abteilung in dieser Zeit
zahlreiche Kämpfer und Nachwuchsleute. Die Kampfmannschaft konnte sich nicht
mehr in der Bezirksliga behaupten und stieg ab. Der Schwerpunkt lag nun auf der
Schüler und Jugendarbeit und es konnten sich immer wieder einzelne Kämpfer bis
auf Landesebene behaupten.
Hier ein ganz großer der Judoabteilung. Ladislaus Ferenzffy, viele Jahre Kämpfer, Trainer und lanjähriges TSV-Mitglied.
1988
– 1994 leitete Walter Mausser die Abteilung und baute sie nach dem Verlust
vieler Mitglieder wieder aus.
Die Judoabteilung legte in dieser Zeit an Mitgliedern wieder zu. So war der Grundstock gelegt, als Georg Rakutt die Abteilung 1994 übernahm.
Er engagierte den Erfolgstrainer Werner Schmidt (5.Dan) und der konnte aus dem vorhanden Potential schöpfen und innerhalb kurzer Zeit wieder eine Jugend sowie Seniorenmannschaft aufbauen.
Hier die neue Leinfeldner Seniorenmannschaft mit Trainer Werner Schmidt (erster von links) und Abteilungsleiter Georg Rakutt (daneben) nach dem Gewinn des Bezirks-Vize-Meisters.

Mit Werner Schmidt hatte die Judoabteilung wieder einen Mann, der sich sehr engagierte und so blieb auch der Erfolg nicht aus.
Erstmals
in der Abteilungsgeschichte stellten die Leinfelder mit Daniel Theurer bei den
männlichen Jugendlichen einen Süddeutschen Meister.
Auf dem Bild sind Werner Schmidt und Daniel Theurer in der Mitte, sowie
links Florian Rühle und rechts Thomas Wolf, die bei den Württem-bergischen
Meisterschaften den zweiten, bzw. dritten Platz belegen konnten.
Bei den unter 11jährigen endet die Meisterschaft mit den Württembergischen Meisterschaften.
Auch hierbei belegte unsere Mannschaft erstmals in der Abteilungsgeschichte den ersten Platz.
Die
Seniorenmannschaft schlug sich derweil wacker auf Bezirksebene. Immerhin
reichte es zum Vizemeister und zum Aufstieg in die Landesliga fehlte nur 1
Punkt. Jedoch steht bei den meisten der Spass im Vordergrund und so war der
verpasste Aufstieg kein Grund aufzuhören. Die Mannschaft besteht bis heute.
Leider konnte die Judoabteilung Werner Schmidt aus finanziellen Gründen nicht halten und so verließ er den Verein 1995. Sie ist ihm aber bis heute zu großem Dank verpflichtet. Hat er es doch geschafft, daß Leinfelden in Judokreisen wieder bekannt ist.

In der Zwischenzeit erhielt die Judoabteilung durch einen Brand im Spielkartenmusem ihren heutigen Trainingsraum im ehemaligen Kraftraum im Sportzentrum. Den unermüdlichen Bemühungen unseres "Schorsch" wurde schließlich stattgegeben und so erhielt die Judoabteilung 1995 einen Raum, in dem die Matten vor und nach dem Training nicht mehr auf bzw. abgebaut werden müssen; was vor allem bei den Jüngeren die Lust an diesem Sport schmälerte. Hier ein Bild vom Training kurz nach dem Umzug.
Durch viel Engagement und Eigenleistung der Mitglieder wurde der Raum inzwischen renoviert und zu einem würdevollen "Dojo" ausgebaut.
1996 mußte dann Georg Rakutt sein Engagement für den Judosport aufgeben und Leonhard Hofmann wurde neuer Abteilungsleiter.
Am Anfang hatte er es nicht einfach – mußte doch der Verlust von Werner Schmidt ausgeglichen und der Trainingsbetrieb aufrecht erhalten werden.
Mit Udo-Greiner-Pachter konnte jedoch ein ebenfalls sehr kampferfahrener und
guter Trainer gewonnen werden und ihm gelang es an die Erfolge von Werner
Schmidt anzuknüpfen. Auf zahllosen Meisterschaften und Tunieren erzielten
Leinfeldener Judoka seitdem Erfolge. Mit Michael Kalweit und Sebastian Hofmann
schafften diese Jahr gleich 2 Kämpfer die Teilnahme an den Süddeutschen
Meisterschaften.
Nach
Jahren der Schrumpfung stieg die Mitgliederzahl erstmals auch wieder über 150 -
mit steigender Tendenz. Hier zwei Damen aus der Seniorengruppe bei der
schulmäßigen Demonstration eines Wurfes.
Die Judoabteilung beschäftigt zur Zeit nicht weniger als 7 Trainer /Übungsleiter und hat Trainingsbetrieb an 5 Tagen der Woche.
Zum Jubiläumsjahr hat sie sich einiges vorgenommen.
Am 16/17.09.2000 hat sie das erste Judo-Filderpokaltunier für Jugendliche U11/U13 ausgerichtet und damit endlich wieder ein Tunier nach Leinfelden geholt. Bei entsprechender Resonanz soll dieses dann jährlich wiederholt werden.
Haben wir Ihr Interesse am Judo-Sport geweckt? Gut ! Kommen Sie doch einfach mal im Dojo vorbei oder rufen uns an.